Neapolitanische Pizza aus der Pfanne

Entscheidend sind ein aromatischer Teig, eine ausgewogene Tomatensauce und Mozzarella, der schmilzt, ohne den Boden zu durchnässen. Genau diese Kombination macht die neapolitanische Pizza so beliebt.

Niloofar Zarbakhshzadeh6 Min. Lesezeit

Neapolitanische Pizza aus der Pfanne

Knuspriger Boden, luftiger Rand und echter Geschmack

Auch ohne professionellen Pizzaofen lässt sich zu Hause eine überzeugende Variante zubereiten. Die Pfanne sorgt für einen kräftig gebackenen Boden, während der Backofengrill den Rand und den Belag fertig gart. Das Ergebnis ist keine offiziell zertifizierte Pizza Napoletana, kommt ihrem Geschmack aber näher als viele schnelle Pfannenrezepte.

1. Die Zutaten für zwei Pizzen

Für den Teig:

  • 330 g Weizenmehl Tipo 00 oder Pizzamehl
  • 198 ml Wasser
  • 10 g Salz
  • 0,3 g frische Hefe

Für die Tomatensauce:

  • 150 g geschälte Tomaten, möglichst San Marzano
  • Eine kleine Prise Salz
  • 1 Teelöffel natives Olivenöl extra

Für den Belag:

  • 120–140 g Fior di Latte oder gut abgetropfter Mozzarella
  • 6–8 frische Basilikumblätter
  • Natives Olivenöl extra
  • Optional: etwas geriebener Parmesan

Zum Formen:

  • Etwas Semola oder Mehl

Warum gerade diese Zutaten?

Tipo-00-Mehl eignet sich durch seine feine Beschaffenheit gut für einen elastischen Pizzateig. San-Marzano-Tomaten bringen eine ausgewogene Süße und Säure mit. Fior di Latte schmilzt gut und enthält bei richtiger Vorbereitung weniger überschüssige Flüssigkeit als sehr feuchter Mozzarella. Basilikum und Olivenöl geben der Pizza schließlich ihr charakteristisches Aroma.

2. Den Teig ansetzen: Wenige Zutaten, viel Geduld

Gib das Wasser in eine große Schüssel und löse die Hefe darin auf. Füge anschließend nach und nach das Mehl hinzu und vermische alles, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist.

Gib das Salz dazu und knete den Teig etwa 10 bis 15 Minuten von Hand. Er sollte glatt, elastisch und leicht feucht sein.

Decke die Schüssel ab und lasse den Teig zunächst etwa zwei Stunden bei Raumtemperatur ruhen.

Teile ihn danach in zwei gleich große Portionen und forme vorsichtig zwei Kugeln. Lege diese in eine verschlossene Teigbox oder in zwei geeignete Behälter.

Lass die Teigkugeln anschließend weitere 16 bis 20 Stunden bei kühler bis mäßiger Raumtemperatur reifen. Die genaue Zeit hängt von der Temperatur und der Aktivität der Hefe ab. Bei sehr warmer Küche sollte die Gehzeit verkürzt oder der Teig zeitweise im Kühlschrank gelagert werden.

Ein wichtiger Hinweis: Die Hefe sollte genau abgewogen werden. Bei so kleinen Mengen kann eine Feinwaage hilfreich sein. Zu viel Hefe lässt den Teig zu schnell aufgehen und kann sein Aroma beeinträchtigen.

3. Die Tomatensauce: Nicht kochen, sondern abschmecken

Für eine Pizza nach neapolitanischer Art braucht es keine aufwendige Sauce.

Zerdrücke die geschälten Tomaten mit einer Gabel oder mit den Händen. Gib eine Prise Salz und etwas Olivenöl hinzu. Verrühre alles kurz.

Die Sauce muss nicht gekocht werden. Ihre frische Tomatennote soll beim Backen erhalten bleiben.

Verwende pro Pizza nur eine dünne Schicht. Zu viel Flüssigkeit ist einer der häufigsten Gründe für einen weichen Pizzaboden.

4. Mozzarella richtig vorbereiten

Schneide den Fior di Latte in kleine Stücke oder Streifen und lasse ihn vor dem Belegen gut abtropfen.

Wenn du normalen Mozzarella verwendest, solltest du ihn etwas früher aus der Verpackung nehmen und überschüssige Flüssigkeit entfernen. Besonders feuchter Mozzarella kann die Mitte der Pizza aufweichen.

Der Käse sollte gleichmäßig verteilt werden, aber nicht die gesamte Oberfläche bedecken. Die Tomatensauce darf an einigen Stellen sichtbar bleiben.

5. Den Pizzateig von Hand formen

Nimm eine Teigkugel vorsichtig aus dem Behälter und lege sie auf eine leicht mit Semola oder Mehl bestäubte Arbeitsfläche.

Drücke den Teig mit den Fingerspitzen von der Mitte nach außen. Arbeite dabei behutsam und lasse den äußeren Rand möglichst unangetastet.

So bleibt ein Teil der eingeschlossenen Luft im Rand erhalten. Beim Backen kann daraus ein lockerer, aufgegangener Cornicione entstehen.

Verwende möglichst kein Nudelholz. Es drückt Luft aus dem Teig und verändert dadurch seine typische Struktur.

Forme den Teig so, dass er in deine Pfanne passt. Für dieses Rezept eignet sich eine Pfanne mit etwa 26 bis 28 Zentimetern Durchmesser.

6. Pizza in der Pfanne backen

Für diese Methode eignet sich eine schwere Gusseisenpfanne oder eine ofenfeste Pfanne mit hitzebeständigem Griff.

Schritt 1: Pfanne erhitzen

Erwärme die Pfanne auf mittlerer bis hoher Herdstufe. Sie soll heiß sein, aber nicht rauchen.

Schritt 2: Teig vorbacken

Lege den geformten Teig vorsichtig in die Pfanne. Backe ihn zunächst etwa zwei Minuten, bis die Unterseite leicht Farbe bekommt und sich der Rand etwas hebt.

Schritt 3: Sauce verteilen

Verteile eine dünne Schicht Tomatensauce auf dem Teig. Lasse den äußeren Rand frei.

Schritt 4: Mozzarella hinzufügen

Gib den abgetropften Mozzarella auf die Sauce. Verteile ihn gleichmäßig, ohne die Pizza zu überladen.

Schritt 5: Mit Oberhitze fertig backen

Stelle die Pfanne unter den vorgeheizten Backofengrill. Backe die Pizza etwa zwei bis vier Minuten weiter und beobachte sie dabei ständig.

Der Rand sollte leicht gebräunt sein und der Mozzarella gerade schmelzen. Die genaue Zeit hängt von der Leistung des Grills ab.

Achte unbedingt darauf, dass der Pfannengriff für den Backofen geeignet ist.

Ohne Backofengrill: Setze einen passenden Deckel auf die Pfanne und gare die Pizza bei niedrigerer Herdtemperatur fertig. Dabei schmilzt der Käse, allerdings wird die Oberfläche weniger stark gebräunt.

7. Basilikum und Olivenöl erst zum Schluss

Nimm die Pizza aus der Pfanne und verteile die frischen Basilikumblätter darauf. Gib anschließend ein wenig natives Olivenöl extra darüber.

Basilikum sollte nicht unnötig lange starker Hitze ausgesetzt werden, damit sein frisches Aroma erhalten bleibt.

Wer einen kräftigeren Käsegeschmack mag, kann zusätzlich etwas Parmesan darüberreiben. Für eine klassische Margherita reichen jedoch Tomaten, Mozzarella, Basilikum und Olivenöl vollkommen aus.

8. Warum wird der Pizzaboden manchmal weich oder verbrennt?

Wenn die Unterseite dunkel wird, während der Käse noch nicht geschmolzen ist, war die Pfanne wahrscheinlich zu heiß. Reduziere die Herdtemperatur und gib der Oberfläche anschließend unter dem Backofengrill Zeit.

Wird die Mitte dagegen matschig, liegt es häufig an zu viel Tomatensauce oder zu feuchtem Mozzarella.

Ein flacher, dichter Rand kann entstehen, wenn der Teig beim Formen zu stark gedrückt wurde oder nicht ausreichend ruhen konnte.

Die drei wichtigsten Regeln sind deshalb: den Teig vorsichtig behandeln, den Belag sparsam verwenden und die Hitze während des Backens kontrollieren.

9. Was unterscheidet die Pfannenpizza von der echten Pizza Napoletana?

Die traditionelle Pizza Napoletana wird nach den Vorgaben der Associazione Verace Pizza Napoletana in einem sehr heißen Holzofen gebacken. Die offiziellen Regeln sehen eine Backtemperatur von ungefähr 430 bis 480 Grad Celsius und eine Backzeit von etwa 60 bis 90 Sekunden vor.

Eine normale Küchenpfanne erreicht diese Bedingungen nicht. Deshalb sollte die hier beschriebene Methode als neapolitanisch inspirierte Pfannenpizza bezeichnet werden – nicht als offiziell authentische Pizza Napoletana.

Trotzdem bleiben die entscheidenden Elemente erhalten: ein einfacher Teig, eine lange Reifezeit, hochwertige Tomaten, Mozzarella und frisches Basilikum.

Fazit: Eine gute Pizza braucht keinen komplizierten Belag

Das Besondere an dieser Pfannenpizza ist die Balance zwischen den Zutaten. Der Teig liefert Aroma und Struktur, die Tomaten bringen Frische, der Mozzarella sorgt für Cremigkeit und Basilikum setzt einen aromatischen Akzent.

Wer dem Teig ausreichend Zeit gibt und die Pfanne nicht überhitzt, bekommt eine hausgemachte Pizza mit gebräunter Unterseite und weichem, luftigem Rand – ganz ohne professionellen Pizzaofen.

Quellen und Referenzen

  1. Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN): Die offizielle Rezeptur der echten neapolitanischen Pizza. Zutaten, Teigführung, Formgebung und traditionelle Zubereitung.
    https://www.pizzanapoletana.org/en/ricetta_pizza_napoletana

  2. Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN): International Regulations 2022. Technische Vorgaben zu Zutaten, Teig und Backtemperatur.
    https://www.pizzanapoletana.org/public/pdf/Disciplinare_AVPN_2022_en.pdf

  3. UNESCO: Art of Neapolitan Pizzaiuolo. Informationen zur kulturellen Bedeutung der neapolitanischen Pizzabäckerei.
    https://ich.unesco.org/en/RL/art-of-neapolitan-pizzaiuolo-00722

Redaktioneller Hinweis: Das Rezept wurde für die Zubereitung in einer gewöhnlichen Haushaltsküche angepasst. Die Pfannenmethode ist nicht mit dem offiziell geregelten Backverfahren der Verace Pizza Napoletana gleichzusetzen.

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  • Meersalz
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