Ein echtes Iglu bauen: Anleitung mit Bauplan und einfachen Schritten
Was ist ein Iglu?
Ein Iglu ist ein traditionelles Schneehaus, das vor allem mit den Inuit in den arktischen Regionen verbunden ist. Es wird aus festen Schneeblöcken gebaut und hat meistens die Form einer halbkugelförmigen Kuppel.
Das Besondere an einem Iglu ist seine Bauweise: Die Schneeblöcke werden so angeordnet, dass sie sich gegenseitig stützen. Dadurch entsteht eine stabile Kuppel.
Ein Iglu ist nicht einfach nur ein Haus aus Schnee. Seine besondere Form hilft auch dabei, die Wärme im Inneren zu halten.
1. Welche Materialien und Werkzeuge braucht man?
Für den Bau eines kleinen Iglus benötigt man:
- Festen, gut verdichteten Schnee
- Eine Schneesäge oder einen geeigneten Schneeschneider
- Eine Schneeschaufel
- Ein Maßband
- Eine Schnur zum Markieren des Kreises
- Warme Kleidung und Handschuhe
Wichtig: Nicht jeder Schnee eignet sich zum Bauen. Der Schnee muss fest genug sein, damit die Blöcke beim Anheben und Stapeln nicht auseinanderbrechen.
2. Der Bauplan für ein kleines Iglu
Für ein kleines Modell für etwa zwei Personen kann man folgende ungefähre Maße verwenden:
- Außendurchmesser: 2,40 Meter
- Innenhöhe: etwa 1,20 Meter
- Wandstärke: ungefähr 25–35 Zentimeter
- Eingang: niedriger Tunnel
- Form: halbkugelförmige Kuppel
Die Maße sind Richtwerte. Die tatsächliche Größe hängt von der Schneequalität und der Bauweise ab.
Bauplan – Draufsicht (von oben)
RÜCKWAND
______________
/ \
/ \
| |
| INNENRAUM |
| |
\ /
\________ ______/
| |
| |
| |
EINGANG
Bauplan – Seitenansicht
Spitze
/\
.-' '-.
.' '.
/ \
/ \
/ \
| |
| |
|__________________|
\ /
\____/
Eingang
Die Zeichnungen sind schematische Darstellungen und nicht maßstabsgetreu.
3. Schritt für Schritt ein Iglu bauen
Schritt 1: Einen geeigneten Platz finden
Wähle einen möglichst ebenen Platz mit ausreichend festem Schnee. Der Standort sollte nicht unter steilen Schneehängen oder an anderen Stellen liegen, an denen Lawinen oder Schneeverwehungen drohen.
Schritt 2: Den Grundkreis markieren
Markiere mit einer Schnur einen Kreis mit einem Durchmesser von ungefähr 2,40 Metern. Dieser Kreis zeigt, wo die Außenwand des Iglus entstehen soll.
Schritt 3: Schneeblöcke vorbereiten
Schneide gleichmäßige Blöcke aus festem Schnee. Sie sollten so groß sein, dass sie sich noch sicher tragen und bearbeiten lassen.
Schritt 4: Die erste Wandreihe bauen
Die Schneeblöcke werden entlang des markierten Kreises angeordnet. Die Fugen zwischen den Blöcken müssen möglichst klein sein.
Bei der traditionellen Bauweise werden die Blöcke spiralförmig angeordnet. Die obere Kante der ersten Reihe wird dafür schräg vorbereitet, damit die nächsten Blöcke nach innen geneigt stehen können.
Schritt 5: Die Kuppel formen
Weitere Schneeblöcke werden schrittweise nach innen geneigt aufgesetzt. So entsteht nach und nach eine Kuppel.
Die letzten Blöcke müssen sorgfältig angepasst werden. Die Kuppel darf nicht einfach mit einem schweren Block verschlossen werden.
Schritt 6: Den Eingang gestalten
Ein niedriger Eingang oder ein kurzer Eingangstunnel hilft, den direkten Austausch warmer Innenluft mit der kalten Außenluft zu verringern.
Schritt 7: Die Konstruktion überprüfen
Kontrolliere vorsichtig, ob die Blöcke fest sitzen und keine sichtbaren Risse oder instabilen Stellen vorhanden sind.
4. Warum ist ein Iglu innen wärmer als draußen?
Schnee enthält viele kleine Luftkammern. Diese Luft wirkt wie eine natürliche Isolierung und verlangsamt den Wärmeverlust.
Wenn Menschen im Iglu sind, geben sie Körperwärme ab. Dadurch kann die Temperatur im Inneren höher sein als draußen.
Allerdings ist ein Iglu kein vollständig geschlossener Raum. Eine ausreichende Frischluftzufuhr ist lebenswichtig.
5. Wichtige Sicherheitshinweise
Ein echtes Iglu kann bei falscher Bauweise einstürzen. Deshalb sollte man einige Regeln beachten:
- Niemals allein ein Iglu bauen oder betreten.
- Nicht unter instabilen Schneemassen arbeiten.
- Eine ausreichende Frischluftöffnung muss immer vorhanden sein.
- Niemals Feuer, Kohlegrills oder Campingkocher im Iglu benutzen. Es besteht Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid.
- Ein Iglu darf nicht als sicherer Schlafplatz betrachtet werden, wenn seine Stabilität nicht fachkundig geprüft wurde.
- Kinder sollten nur unter Aufsicht von Erwachsenen bauen.
6. Fazit: Ein besonderes Haus aus Schnee
Ein Iglu ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Menschen natürliche Materialien nutzen können, um sich vor Kälte zu schützen.
Mit festen Schneeblöcken, einer guten Planung und einer sorgfältigen Bauweise entsteht eine kuppelförmige Konstruktion. Besonders interessant ist, dass die runde Form und die isolierende Wirkung des Schnees zusammenarbeiten.
Wer ein Iglu bauen möchte, sollte jedoch nicht nur auf die Form achten, sondern vor allem auf Stabilität, Belüftung und Sicherheit.
Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn weiter.



